Tiefe Beinvenenthrombose

Was ist eine Phlebothrombose?

Durch die Entstehung eines Gerinnsels in den tief liegenden Beinvenen wird der Blutabstrom teilweise behindert. Wie groß die Abflussbehinderung ist, hängt davon ab, ob andere Venen das Blut umleiten können. Als mögliche Komplikation kann sich eine Lungenembolie oder ein postthrombotisches Syndrom entwickeln.

Dann kann es passieren, dass der Betroffene nichts von der Gefahr bemerkt. Rund zwei Drittel aller Patienten mit einer tiefen Beinvenenthrombose, vor allem im Bereich des Unterschenkels, haben keine Beschwerden oder nur leichte Symptome, die sie die Ursache nicht vermuten lassen! Wenn sich aber die Thrombose nach oben ausdehnt, kommt es irgendwann unweigerlich zu Beschwerden. Dabei ist das Komplikationsrisiko für den Betroffenen umso größer, je dicker die beteiligte Vene und damit auch das sie ausfüllende Gerinnsel ist.

Welche Risikofaktoren können zu einer Thrombose führen?

Folgende Faktoren erhöhen die Gefahr einer Phlebothrombose:

  • Allgemein können ein höheres Lebensalter oder Übergewicht Auslöser für die Erkrankung sein.
  • Zu wenig Bewegung: langes Sitzen im Flugzeug ("Economy class Syndrom"), Bettlägerigkeit, Gipsverband
  • Operationen (vor allem orthopädische)
  • Rauchen
  • die Einnahme von Hormonpräparaten (z. B. Antibabypille)
  • Schwangerschaft und Wochenbett
  • Thromboseneigung besteht auch bei bestimmten Erbkrankheiten: APC-Resistenz ("Faktor-V-Leiden-Mutation"), Antithombin III-Mangel, Protein C- und Protein S-Mangel, Hyperhomocysteinämie
  • Tumorerkrankungen


Dieses ► Video zeigt die Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose


Bereits die Einnahme der Pille erhöht das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, um das Fünffache. Eine Vervielfachung der Thrombosegefahr ergibt sich bei zusätzlichem Zigarettenkonsum. Besteht zudem noch eine APC-Resistenz, dann ist das Risiko um das 50- bis 100-fache erhöht!

Welche Beschwerden treten bei der Phlebothrombose auf?

Nicht alle Thrombosen werden vom Patienten bemerkt (asymptomatische Thrombose) und oft gibt erst eine medizinische Untersuchung Auskunft über eine stattgefundene Thrombose. Kommt es aber zu Beschwerden und sind diese einseitig vorhanden, so besteht der Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose (eine beidseitige Beteiligung kann ebenso - wenn auch selten - vorliegen).
Der Patient verspürt ein "Ziehen" und ein Spannungsgefühl in den Beinen, das sich wie ein "Zerreißungsschmerz" anfühlt. Ebenso kann ein Schmerz auftreten, der sich wie ein Muskelkater anfühlt. Insbesondere ein Druckschmerz an der Wade und/oder an der Oberschenkelmuskulatur sowie ein Fußsohlenschmerz kommen bei der tiefen Beinvenenthrombose vor und fallen beim Gehen - oder auch spontan - auf. Manchmal kommt es auch noch zu Fieber und Herzrasen.

Mit welchen Komplikationen muss man rechnen?

  • Wiederauftreten der Thrombose (Rethrombose)
  • Rascher, vollständiger Verschluss der Vene kann zu extremer Schwellung, kalter Haut (durch Kompression der Arterien), Schock und Nierenversagen führen. In diesem Fall ist eine sofortige chirurgische Intervention nötig.
  • Lungenembolie: Viele Patienten mit einer tiefen Beinvenenthrombose bekommen als Folgeerkrankung eine Lungenembolie, die allerdings bei einem Großteil der Patienten symptomfrei verläuft. Besonders häufig tritt diese Komplikation bei jenen Patienten auf, die eine Beckenvenenthrombose erleiden. Plötzliche Luftnot, Herzrasen und Brustschmerzen können Hinweise auf diese Erkrankung geben. Im Extremfall kann auch ein plötzlicher Bewusstseinsverlust (Synkope) auftreten.
  • Postthrombotisches Syndrom: Dieses tritt vor allem nach Thrombosen im Oberschenkel auf und beruht auf einer unwiderruflichen Zerstörung der tiefen Venenklappen. Dadurch kann die Vene das Blut nicht funktionsgemäß vorwärtstreiben und es kommt zum Rückstau des Blutes. In der Folge findet eine Umleitung des Blutes in die oberflächlichen Venen statt und der Patient entwickelt Krampfadern. Zusätzlich leidet er an einer Schwellung und an einer meist braunen Verfärbung des Beines. Schließlich kann es zu einem Geschwür am Unterschenkel (Ulcus cruris) kommen. Was kann man selbst tun, um eine Phlebothrombose zu vermeiden?

    Vermeiden Sie sämtliche Risikofaktoren, wie das Rauchen oder die Antibabypille (besonders in Kombination) und ernähren Sie sich gesund! Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit (keinen Alkohol) und tragen Sie bequeme Kleidung. Besonders während langer Flug- oder Busreisen achten Sie darauf, einen Gangplatz zu bekommen, und bewegen Sie regelmäßig Ihre Beine.
    Sollte das Bein geschwollen, schmerzhaft, blau oder überwärmt sein, dann besteht der Verdacht auf eine tiefen Beinvenenthrombose. Sollten Sie Kompressionsstrümpfe haben, verwenden Sie diese, da Sie damit den Thrombus an der Vene fixieren. Begeben Sie sich so bald wie möglich in ärztliche Behandlung.


Wie wird eine tiefe Beinvenenthrombose behandelt?

In jedem Fall ist eine blutverdünnende Behandlung (Antikoagulation) erforderlich, die in der Akutphase mit Heparin (mit so genannten niedermolekularen Heparinen), im Anschluss daran mit Kumarinderivaten (Phenprocoumon und Acenocoumarol) durchgeführt wird.

Um eine Wiederholung der Erkrankung zu verhindern, wird die Kumarin-Therapie für sechs bis zwölf Monate weiter geführt.

Für genauere Informationen wenden Sie sich jedoch an Ihren behandelnden Arzt.

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