Medikamente mit Einfluss auf die Blutgerinnung

Der Arzt kann bei Gefahr einer zu starken Gerinnungsreaktion, das heißt zur Verhinderung einer Thrombose, das Gerinnungssystem ganz gezielt mit Medikamenten beeinflussen.

Wichtige Medikamente sind zur Zeit:

  • Heparine
  • Cumarine
  • Acetysalicylsäure
  • Clopidogrel


Jedes dieser Medikamente beeinflusst einen bestimmten Teil des Gerinnungssystems. Daher kann ihre Wirkung auf das Gerinnungssystem durch unterschiedliche Blutuntersuchungen getestet werden.

Die wichtigsten Untersuchungen sind:

  • Quickwert (Prothrombinzeit)
  • PTT (partielle Thromboplastinzeit)


Für beide Untersuchungen benötigt man Blut, das mit einer speziellen Substanz (Citrat) versetzt ist, damit das Blut bis zur Untersuchung nicht gerinnt.

Auszug aus http://www.netdoktor.at/laborwerte/fakten/blutgerinnung/blutgerinnung.htm

Wie wirken niedermolekulare Heparine?

NMHs nehmen Einfluss auf die Blutgerinnung (Hämostase) des menschlichen Organismus.

Heparin wird intravenös oder subkutan verabreicht.

NMH weisen eine geringere Affinität zu Plasmaproteinen, vaskulären Matrixproteinen, Makrophagen, Thrombozyten und Endothelzellen auf.

Daraus erklärt sich eine bessere Bioverfügbarkeit, die längere Halbwertszeit und die ausschließliche Ausscheidung der NMHs über die Niere.

Nach subkutaner Injektion ergibt sich eine 90% Bioverfügbarkeit.

NMH ist nicht plazentagängig, ein Übertritt in die Muttermilch ist nicht bekannt.

NMHs haben ihren Ansatzpunkt bei den Faktoren der Blutgerinnung.

NMH wirken über Antithrombin III (AT III) und beschleunigen die Inaktivierung von aktivierten Gerinnungsfaktoren um das 1000fache. NMH inaktiviert vornehmlich den Prothrombinasekomplex, bestehend aus aktiviertem Faktor X, aktiviertem Faktor V, Calciumionen und Phospholipiden.

Wie nimmt ein NMH auf die Blutgerinnung Einfluss?

Das niedermolekulare Heparin wird subcutan (unter die Haut) verabreicht, im Körper verteilt und über die Niere ausgeschieden.

NMH

Ein NMH hemmt ein an der Blutgerinnung beteiligtes Eiweißmolekül (Faktor Xa). Je nach Höhe der Dosierung wird die Blutgerinnung in gewissem Maße gehemmt und so die Entstehung eines Blutgerinnsels verhindert. Während und nach Operationen besteht z.B. durch die eingeschränkte körperliche Aktivität ein erhöhtes Risiko zur Bildung solcher Gerinnsel, besonders in den Beinen. Durch die Gabe von niedermolekularem Heparin wird verhindert, dass eine Thrombose entsteht (Prophylaxe) oder ausdehnt.

Eine bestehende Thrombose wird aufgelöst, d.h. das betroffene Gefäß wird wieder frei durchgängig (Therapie).

Antithrombotische Wirkstoffe

Bei der Blutgerinnung (Hämostase) gibt es 2 Wege des Ablaufes der Gerinnungskaskade, die davon abhängig sind, an welchem Ort und auf welche Art das Blutgerinnungssystem aktiviert wurde.

Die primäre Hämostase und die sekundäre Hämostase.

Primäre Hämostase: Hemmung der Plättchenaggregation

Hemmstoffe der Thrombozytenaggregation z.B.:

  • Clopidogrel
  • Acetylsalicylsäure
  • Ticlopidin

Sekundäre Hämostase: Hemmung/Reduktion der Fibrinbildung

Hemmstoffe der Thrombinwirkung:

  • Vit.K-Antagonisten
  • FXa- Hemmstoffe
  • FIIa-Hemmstoffe
  • Thrombinantagonisten
  • Heparine


Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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