Was heißt Prophylaxe?*1

Meist ist es nicht ein alleiniger Faktor, der zur Entstehung einer Thrombose führt, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Bei einer Operation etwa werden Blutgefäße verletzt, was die Gefäßwandfunktion beeinträchtigt und die Blutgerinnung aktiviert. Zudem ist der Patient nach der Operation für eine gewisse Zeit bettlägerig, wodurch der Blutfluss gestört wird. In diesem Zusammenhang spielt immer auch die individuelle Veranlagung eine wichtige Rolle. Liegt eine erhöhte Neigung zur Gerinnselbildung (Thrombophilie) vor, können anscheinend harmlose Situationen, wie längeres Sitzen z. B. während einer Flugreise oder eine kurzzeitige Bettlägerigkeit aufgrund einer akuten Erkrankung, ein relevantes Thromboserisiko bedeuten.

Risikofaktoren für venöse Thrombosen

Bei der Beurteilung des Thromboserisikos unterscheidet man das Basisrisiko vom Akutrisiko. Das Basisrisiko, auch dispositionelles Risiko genannt, umfasst angeborene und erworbene, personenbezogene Faktoren und besteht ohne den Eintritt eines akuten Ereignisses. Das Akutrisiko, auch als expositionelles Risiko bezeichnet, hingegen entsteht erst durch ein akutes Ereignis oder dessen Behandlung, z. B. ein operativer Eingriff oder eine akute Erkrankung mit Immobilisation.

Das Gesamtrisiko ergibt sich aus der Kombination beider Risikokategorien.

Mit der Prophylaxe werden vorbeugende Maßnahmen eingeleitet, um die Entstehung eines thrombotischen Ereignisses zu verhindern. Über die Art und Dauer der Prophylaxemaßnahmen entscheidet Ihr behandelnder Arzt.

Ärzten werden medizinischen Leitlinien an die Hand gegeben, um ihren Patienten eine dem aktuellen Kenntnisstand der Medizin angemessene und systematische Behandlung und Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Aus den deutschen Leitlinien zur Vorbeugung einer Thrombose ist über die Dauer der Prophylaxe folgende Empfehlung zu entnehmen:

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* Länger andauernde arthroskopisch assistierte Gelenkchirurgie an Knie-, Hüft- oder Sprunggelenk

Die Dauer der medikamentösen Prophylaxe soll sich unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls jeweils am Fortbestehen relevanter Risikofaktoren für venöse Thromboembolien orientieren. Nähere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem behandelnden Arzt.


AWMF Leitlinien Register; http://www.awmf.org, S3-Leitlinie vom Oktober 2015.

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